Strömend

Ausstellungsdauer: 11.06-05.07.26

Herzliche Einladung zur Vernissage, diesen Donnerstag 19 Uhr!

Fließend
Malerei und Bildhauerei von Ella Maria Groß und Mira Friedrich

Kuration und Konzept von Emily Bläser

Ströme entziehen sich dem festen Zugriff. Sie formen Landschaften, erzeugen Muster und Verdichtungen. Was sie hervorbringen, ist weder reiner Zufall noch vollständig berechenbar. Form entsteht als Ereignis einer Energie, die sich nur im Fluss zeigt.

Eine wirbelnde Phantasmagorie kann nur begriffen werden, wenn sie zur Betrachtung festgehalten wird. Doch indem sie fixiert wird, verliert sie etwas von ihrer Eigenlogik. Sichtbarkeit und Entzug, Erkenntnis und Verlust bedingen einander.

Wirbel sind eine besondere Erscheinungsform der Strömung. Als rotierende Verdichtung werden sie zur Figur einer Kraft, die Ordnung aus Unruhe hervorbringt. Zugleich erfassen sie die menschliche Wahrnehmung. Ilinx – das Spiel der Dreh- und Fallbewegung – sucht einen Zustand der Verwirrung und des Außersich-Seins. Der Verlust von Kontrolle wird nicht gefürchtet, sondern gesucht. Der Sog des Wirbels verspricht eine Erfahrung jenseits der festen Grenzen des Selbst.

Wirbel und Ströme werden so zu Modellen kultureller Erfahrung. Der Moment des Außersich- Seins erscheint nicht als Ausnahme, sondern als Öffnung, in der sich Wahrnehmung, Körper und Welt neu zueinander verhalten.

Die Ausstellung mit Ella Maria Groß und Mira Friedrich greift diesen Moment der Öffnung auf und fragt nach der Wahrnehmung von Körpern, Dingen und Natur. Mira Friedrich untersucht in ihren bildhauerischen Arbeiten die Verflechtungen von Mensch und Natur. Ella Maria Groß zeigt in ihrer figurativen Malerei Momentaufnahmen menschlichen Seins.

Die Ausstellung fragt nach den unsichtbaren Prozessen, die zu sichtbaren Ergebnissen führen. Der Mensch versucht sie zu begreifen, während er selbst Teil der strömenden Bewegungen der Welt bleibt.

Öffnungszeiten:
Fr, Sa, So ab 15-18 Uhr

Oschatzer Straße 4, 01127 Dresden-Pieschen