kam, sah & blieb
Ausstellungsdauer: 20.11.25 ‒ 07.12.25
Menschensein und Fortbewegung sind seit jeher untrennbar. Je öfter wir dieselben Wege gehen, desto vertrauter erscheinen sie uns. Nichts Neues fordert unsere Aufmerksamkeit und selbstvergessen laufen wir vor uns hin. Automatisch setzen wir einen Schritt nach den anderen, während die Gedanken noch beim letzten Sommer verweilen.
Ein anderes Mal haben wir unser Ziel klar vor Augen, scheinen zu wissen, wohin. Wir bewegen uns zielstrebig auf gerader Linie darauf zu, erreichen es und stellen im Moment des Ankommens und Innehaltens fest: Sackgasse. Hier geht es nicht weiter. Wieder beginnt das Spiel des Suchens. Doch wonach eigentlich? Was nennen wir „Ziel“?
Wir folgen einer inneren Stimme, die drängt: Weiter, weiter, du könntest etwas verpassen, da liegt noch so viel vor dir. Bleib nicht still! Das Verweilen wird zur Verkörperung der modernen Angst des Zurückbleibens. So treibt es den Menschen hinaus, umher und fort.
Doch was ist, wenn wir uns diesem Drang widersetzen? Wenn wir uns bewusst entscheiden, zu bleiben? Entgegen der Dynamik der Beschleunigung an einem Ort zu verweilen – einem anderen Kreislauf folgend: sehen, kommen, bleiben.
Bleiben bedeutet kein Stillstand. Nichts in der Welt steht wirklich still. Wir rennen und hasten durch die Welt, sodass uns alles andere langsamer erscheint. Wir nehmen uns nicht die Zeit, mit unseren Gedanken da zu sein, wo unser Körper gerade ist. An einem Ort zu bleiben heißt, sich bewusst zu entscheiden, da zu sein. Doch wie lange dauert ein „Bleiben“?
Künstler dieser Ausstellung: Hajin Jeong, Misato Takakura